BODY POSITIVITY ODER BODY SHAMING

Hallo Welt,

wisst ihr, was mir in den letzten Monaten (ach was rede ich, eigentlich schon in den letzten Jahren) immer wieder durch den Kopf ging? Was, wenn man unzufrieden mit seiner Figur ist und jeder einem das Recht daran abspricht. „Du bist doch nicht zu dick!“, sagen die einen, „Das bist halt du.“ oder „Deine Figur passt doch zu dir.“, sagen die anderen. Aber damit bin ich nicht zufrieden.

Ja, ich möchte gerne dünner sein. Dünn, nicht nur dünner. Aber Diäten oder Hungern sind nicht so mein Ding und für vier Mal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen, fehlt mir einfach die Zeit. Sind das Ausreden? Ja vielleicht, man sieht ja schließlich genug Mädels, die das schaffen, was ich nicht schaffe, aber andererseits ist es vielleicht auch einfach Realität.

Ich habe einen anstrengenden Beruf, der mich morgens, mittags, abends und an den Wochenenden beansprucht. Die wenige Freizeit die ich habe, möchte ich mich Dingen verbringen, die mir Spaß machen (und möglichst wenig kosten) und nicht zwischen durchtrainierten und verschwitzten Leuten im Fitnessstudio.

Und trotzdem. Schaue ich mir Fotos von mir an, geht der erste Blick nicht auf den vielleicht sehr schönen Hintergrund und auch nicht auf den Gesichtsausdruck, sondern zu Oberschenkeln, Po und Bauch und der Pose, in der ich – mal wieder – unvorteilhaft aussehe. Deshalb gilt auf Fotos: Immer die gleiche Pose, die die einen dünner erscheinen lässt, und der vorteilhafte Gesichtsausdruck, der auch lange evaluiert wurde.

Das nervt! Das nervt mich gewaltig an mir und ich kann es nicht abstellen. Man vergleicht sich stets mit anderen und möchte auch so sein. Geht mir zumindest so. Denn Plus Size bin ich ja auch nicht. Also irgendwo dazwischen und damit bin ich unzufrieden.


Geht es euch auch so? Oder habt ihr Tipps, mit sich zufriedener zu werden (denn die Tipps zum schnell schlank werden, kenne ich alle im Schlaf)?

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4 Comments

  1. Hey!

    Ich finde das Thema Bodypositivity einerseits gut und wichtig, andererseits aber auch sehr schwierig. Denn einerseits ruft es dazu auf, mehr zu sich selbst zu finden, seinen Körper wieder mehr wahrzunehmen und herauszufinden, was einem gut tut. Andererseits triggert es unglaublich, wenn offenkundig normalgewichtige und gesunde Menschen ihre Unzufriedenheit ausdrücken. Es ist, wie du schon sagst, ein Dilemma…

    Ich lebe selbst in diesem Dilemma und ich bin der Meinung, dass das einzige, was wirklich helfen kann, aus diesem Struggle mehr und mehr auszusteigen, die Beschäftigung mit sich selbst ist. Das bedeutet: Licht anschalten im Keller des Selbst.

    Welche Glaubenssätze habe ich verinnerlicht?
    Von wem habe ich sie übernommen?
    Sind sie hilfreich oder nicht?
    Gibt es hilfreichere Einstellungen, die ich mir antrainieren kann?

    Daneben finde ich es extrem wichtig, dass jeder Mensch im Laufe seines Lebens damit beginnt, sich den Familienthemen zu widmen. Mal hinsehen und sich ehrlich damit auseinandersetzen, wo Schattenflecken liegen (die klassische glückliche Kindheit hat niemand erlebt!). Eine gestärkte Persönlichkeit definiert sich nicht über ihr Aussehen und ist demnach auch nicht mehr durch Hollywood, Models und Co. zu verunsichern. Das sollte man immer im Hinterkopf haben. Es geht nicht um den Körper oder darum, dünner, dicker, kurviger oder what ever zu sein.

    Es geht darum, sich selbst zu erkennen und sich selbst akzeptieren und lieben zu lernen.

    Liebe Grüße!

    1. Liebe Alea,
      danke für deinen tollen Kommentar und ich gebe dir absolut recht.
      Aber ich finde, das ist manchmal auch schwer umzusetzen. Es gibt Tage, da denke ich mir, wie bescheuert es ist, immer dünner oder größer oder kleiner sein zu wollen, und dass ich es ja ohnehin nicht ändern kann (nagut, dünner vielleicht schon :D), aber dann kommen diese Tage, an denen es mich einfach nervt und ich unzufrieden bin und dann da auch keinen Weg raussehe.

      1. Ja, ich kenne diese auswegslosen Gedanken auch sehr gut. Man muss auch wirklich ehrlich zu sich sein und anerkennen, dass man im Grunde schon essgestört ist bzw. körperwahrnehmungsgestört. Wenn man allein überlegt, wieviel Zeit für solche Gedanken und Beschäftigungen draufgehen kann… echt verrückt.

        Ich habe für mich selbst auch noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden; mir geht es ähnlich wie dir; ich bin auch völlig normalgewichtig, allerdings kein Strich in der Landschaft. Das war ich aber nie, da ich eher einen Körperbau a la Beyonce habe. Ich kenne einige sehr schlanke Frauen, die lieber so aussähen. Allen gleich ist dieses Muster, dass man meint, mit einem anderen Körper oder Aussehen irgendwie seine Probleme gelöst zu haben. Leider ist dem nicht so. Ich habe mal vor einigen Jahren viel abgenommen, sodass ich zwar noch im unteren Normalgewicht lag, aber vom Aussehen her für viele schon zu dünn wirkte. Du kannst dreimal raten, ob es mir besser ging.

        Natürlich nicht… 😀 Klar, das Belohnungszentrum springt an, wenn man für seinen Gewichtsverlust gelobt wird (das ist merkwürdig genug im Grunde), aber dann kommen neue Gedankenspiralen, nämlich die Frage, wie man das Gewicht hält etc. DAS ist auswegslos, weil man sich immer mehr reinreitet.

        Was ich versuche ist im Grunde, so zu leben, wie es mir persönlich gut tut. Das beinhält natürlich auch Ernährung und Bewegung, aber auch anderes wie kleine Auszeiten, Hobbies, Freunde und sowas. Man muss sich selbst genau beobachten und erkennen, wenn essgestörte Gedanken sich als Vernunft tarnen wollen… das ist schwierig, aber es ist auch eine Übungssache.

        Hast du denn das Gefühl, dass eine andere Körpererscheinung dir helfen würde oder Vorteile bringen würde, die du jetzt nicht hast?

        1. Ja, das ist wirklich verrückt, dass man sich nicht mehr normal wahrnimmt. Und haha, jaaaa, klar ist es nicht immer so? Man denkt „Uh, 10 Kilo leichter, und dein Leben wäre PERFEKT“ 😀

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