Reisen

TRAVEL DIARY | WALES – LLANDUDNO & CONWY

30. September 2017

Okay, Hand auf’s Herz, wer von euch hatte Wales auf seiner Travel Bucket List? Irland, okay, England und London, klar, Schottland, auch. Aber Wales?

Weil ich seit meinem Auslandsjahr in Plymouth in Südengland dieses Land unsterblich liebe, wusste ich, dass auch irgendwann Wales folgen soll, damit ich die großen Vier England, Schottland, Nordirland und eben Wales würde abhaken können. Aber fest auf meiner Liste für die nächsten Jahre stand es nicht. Großbritannien ist ja nun auch kein sehr günstiges Reiseziel, so dass ich anderen Ländern oder europäischen Städten den Vorrang gegeben hätte.

Wie falsch ich damit doch lag! Wales hat es geschafft, dass ich mich innerhalb eines halben Tages verliebt habe und nun am liebsten meinen nächsten Urlaub wieder dort verbringen würde.


Das ist alles so neu und aufregend…

Aber der Reihe nach: Presse- bzw. Bloggerreisen standen für mich bisher nicht auf dem Plan. Mit einem Bücherkanal auf Youtube und einer Referendariatsausbildung an einem Berliner Gymnasium sind solche Dinge für mich normalerweise nicht denkbar. Buchverlage verschicken Rezensionsexemplare, aber verschenken keine Reisen. Und Klassenfahrten mit den achten Klassen gehen eher in die brandenburgische Walachei als nach Nordwales. Und trotzdem bin ich auf meine erste Bloggerreise gegangen.

Lonely Planet und Visit Wales haben eingeladen und ihr könnt euch denken, dass ich alles Menschenmögliche in Gang gesetzt habe, um teilnehmen zu können. Und es hat geklappt. Nach bangen Momenten beim Schulleiter und der Hauptseminarleiterin hatte ich die Erlaubnis auf Freistellung in der Tasche und durfte gemeinsam mit Amandine, Viktoria, Luise und Martin nach Nordwales fliegen, um diesen wunderschönen Fleck Erde kennenzulernen.

Am Mittwoch ging es in aller Herrgottsfrühe auf nach Berlin Schönefeld und von dort nach Manchester. Ich war wahnsinnig aufgeregt, und ja, ich hatte auch ziemlich Angst davor, von den anderen „richtigen“ Bloggern belächelt zu werden und mich mit meiner Aufregung lächerlich zu machen. Sind das doch alles alte Hasen im Business, während ich jeden Schritt neu und aufregend fand. Aber wie immer habe ich mir viel zu viele Gedanken gemacht und war nach kurzer Zeit schon angetan von den Mädels.


Llandudno, ich habe mein Herz an dich Verloren

Mit einiger Verspätung – muss ich dazu sagen, dass es Ryanair war? – landeten wir und fuhren bei überraschend schönem Wetter gut 1,5 Stunden nach Llandudno.Fragt nicht, wie lange es gedauert hat, ehe ich endlich diesen Ortsnamen aussprechen konnte, ohne mir die Zunge zu verknoten. Der Ort, von dem ich noch nie zuvor gehört hatte, ist aber jede Mühe Wert. Es brauchte ungefähr zwei Minuten und drei Häuser und ich wollte alle Zelte in Berlin abbrechen und nach Wales auswandern. In eines der pastellfarbenen Häuser an der Strandpromenade, mit Blick auf den Pier, von denen schon Lewis Carroll angetan war und sich zu „Alice im Wunderland“ hinreißen ließ.

Gar nicht weit weg von diesen Häusern schliefen wir dann. Im Empire Hotel. Mag sein, dass ich leicht zu beeindrucken bin, das bin ich sogar ziemlich sicher, aber ich konnte kaum glauben, in was für einem fantastischen und luxuriösen Hotel wir blieben. Nie könnte ich mir zum jetzigen Zeitpunkt so ein Hotel von meinem Referendargehalt leisten. Alles fand ich schön: Das Zimmer, das Restaurant, die Lounge, den Pool, alles.

Morgens weckten mich die Möwen, die an meinem Fenster vorbeiflogen, abends hörte ich das Meer rauschen, wenn ich ganz leise war. Und noch vor dem Frühstück bin ich die drei Schritte zum Meer gelaufen, um nicht eine Sekunde in Llandudno zu verschwenden, dem Ort, der mir so schnell das Herz gestohlen hat.

Noch am Ankunftstag fuhren wir mit der Tram zum Great Orme. Auf der Fahrt hinauf habe ich gefühlt drölfzigtausend Fotos von der Aussicht und den Häusern gemacht, ohne zu ahnen, dass uns oben angekommen – nachdem es aufhörte zu schütten – die beeindruckenste Aussicht überhaupt erwarten würde. Stellt euch einfach das typische Bild des ländlichen Englands vor. Ja, genau so sah es aus. Grüne Hügel und Schafe, so weit das Auge reicht. Hier und da ein kleines Cottage in den Hügeln. Am Horizont das Meer über dem sich ein kitschiger Regenbogen spannte und mittendrin ich (und die anderen). Es riecht schon ganz anders dort und man fühlt sich anders. Belebter, irgendwie echter als in der Stadt.

 


Conwy, Stadt der Muscheln

Tags darauf ging es nach Conwy, nur eine kurze Fahrt entfernt. Conwy ist berühmt für seine Muscheln und für das Conwy Castle. Ach und auch für das kleinste Haus der britischen Inseln. Oder Europas. Oder der Welt. So richtig einig sind sich da die Reiseführer und Webseiten nicht. Klein ist es auf jeden Fall, und verpassen kann man es wegen der zahlreichen Touristen auch nicht. Mich hat aber dennoch die Burg mehr beeindruckt. Ich kann es nicht leugnen, in mir schlägt ein Herz für Geschichte und die war dort mit allen Sinnen erlebbar. So viel der Burg war noch erhalten und so vieles ließ Spielraum für die Fantasie über rauschende Feste und blutige Angriffe.

Auf der Stadtmauer kann man vom Castle aus einmal das Stadtzentrum umrunden. Definitiv nichts für Leute mit akuter Höhenangst, aber ich fand es toll. Alles liegt einem zu Füßen: Der Ort, das Meer, die Hügel. Ob wir auch das Restaurant sehen konnten, in dem ich zum ersten Mal in meinem Leben ungeschälte Muscheln gegessen habe, weiß ich nicht mehr. Aber es wird mir in Erinnerung bleiben. Bisher kannte ich nur die vorgeschälten Muscheln in Paella oder am Buffet im Hotel (ja, ihr dürft mich einen Banausen nennen) und habe muschelgroße Augen gemacht, als die Bedienung den riesigen Topf voll Muscheln brachte. Oooookay. Let’s do it.Um es kurz zu fassen: Es war unheimlich lecker und eine unheimliche Sauerei. Ein Hoch auf Feuchttücher.

Am Abend fiel ich glücklich ins Bett. Von den Eindrücken, die ich in diesen beiden Tagen gesammelt habe, werde ich noch lange zehren. Und es fehlt mir jetzt schon, nicht mehr morgens ans Meer gehen zu können.


Stand oder steht Wales auf eurer Reise- Wunschliste?

XOXO Anni

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4 Comments

  • Reply itsvonk 3. Oktober 2017 at 12:44

    Hach, ich habe deine Bilder und Stories auf Instagram sehr gespannt verfolgt und bekomme bei deinen Bildern hier auch wieder Fernweh. Toll, dass du so eine Möglichkeit bekommen hast und sie nutzen konntest. Bisher hatte ich Wales so gar nicht im Blick… mich hat Schottland voll und ganz eingenommen und auch, wenn ich neugierig auf andere Ecken bin, ist es wie im Restaurant: Schlussendlich ende ich doch wieder beim Lieblingsessen xD Aber eines Tages mache ich den Schritt, da hast du mich ganz klar inspiriert und motiviert. Liebe Grüße 🙂

    • Reply ANNI PASTEL 3. Oktober 2017 at 12:46

      Mir ging es ja auch so im Vorfeld. Wales klingt spannend, aber da ist ja erst noch das und das und das und das und dann kann man ja mal über Wales nachdenken. Und jetzt würde ich am liebsten jeden nötigen, selbst nach Wales zu fahren und es zu erleben. Sooo so unfassbar schön ♥
      Und hihihi, es freut mich sehr liebe Isa, dass du jetzt auch hier bist ♥

  • Reply Bianca 3. Oktober 2017 at 15:16

    Deine Bilder und Berichte sind immer total toll! Habe deine Bilder auch immer bei Instagram verfolgt und träume davon , auch mal dorthin zu reisen ! 🙂

    • Reply ANNI PASTEL 3. Oktober 2017 at 16:44

      Mach das unbedingt! Die Flüge nach Manchester sind wirklich riiiichtig günstig und die Busfahrten nach Wales dann auch nicht teuer. Und bestimmt findet man tolle Air BnBs oder B&Bs vor Ort 🙂

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