Leben Unterrichten

WAS BISHER GESCHAH…

13. März 2018

So beginnen inzwischen wahrscheinlich die meisten Serien. Und seien wir doch mal ehrlich: Es gibt nur zwei Möglichkeiten darauf zu reagieren. Entweder ist man total genervt, weil man ohnehin die letzten 72 Stunden nonstop die Serie geschaut hat – maximal davon unterbrochen, dass man sich schnell was neues zu knabbern geholt hat – oder man ist unheimlich verwirrt, weil das letzte Mal so lange her ist, dass man die Hälfte der Charaktere und Zusammenhänge nicht mehr erkennt. Geht mir zumindest immer so.

Was bei mir bisher geschah lässt sich erstaunlicherweise (vielleicht auch traurigerweise?!) in wenigen Sätzen zusammenfassen: Ich war im Prüfungsstress. Über Weihnachten. Ich hatte Examensprüfung. Im Februar. Ich habe eine neue Stelle an einer neuen Schule. Seit Februar. Ich habe einen Vollzeitjob. Und deshalb gefühlt keine Zeit mehr. Für nichts. Schon gar nicht für das Blogger. Wie blöd eigentlich, habe ich doch so viel Zeit und Nerven investiert, um dieses Schätzchen zum Leben zu erwecken. Und war voller Ideen und Inspiration.

Im Moment fehlt mir davon eigentlich alles: Zeit, Motivation, Ideen und Inspiration. Ein kreatives Tief sozusagen. Aber wenn ich nach der Schule nach Hause komme, schaffe ich es meistens noch mit Müh‘ und Not auf die Couch und liege spätestens um 21:00 Uhr im Bett und schlafe. Hallo 90-jähriges Ich. Tschüß Sommerfigur 2018.

Aber vielleicht mal der Reihe nach: Der Job. ICH BIN FERTIG! Das ist doch immerhin eine gute Nachricht nach all dem Selbstmitleid der letzten Zeilen. Ab sofort bin ich eine „richtige“ Lehrerin. Das hört sich selbst beim Schreiben in meinem Kopf komisch an. Viel zu erwachsen. Viel zu plötzlich. Dabei dauerte es jetzt inklusive Studium 7,5 Jahre, ehe ich diesen Satz aussprechen konnte. Und ich bin sogar in der Regelstudienzeit geblieben 😀

Ende letzten Jahres, kurz vor Weihnachten, ging der Stress dann so richtig los: Panik! Es war doch noch so lange hin bis zum Examen, wie können es denn jetzt plötzlich nur noch 6 Wochen, nur noch 3 Wochen, nur noch 2 Tage sein, und wie soll ich das alles schaffen? Mein ganzes Denken drehte sich nur noch um dieses Examen und darum, es nicht nur zu bestehen, sondern bestenfalls auch noch gut. Für das Bloggen, für Youtube oder nur für Fotos blieb kein Platz in meinem Kopf, und jetzt ärgere ich mich darüber, dass ich es so habe schleifen lassen. Meinen ursprünglichen Plan bei der Vorbereitung der Prüfung habe ich gefühlte 100 Mal über den Haufen geworfen, von vorne begonnen, alles noch einmal umgeplant und war am Ende trotzdem unsicher, ob diese Stunde überhaupt Sinn macht.

Noch nie in meinem Leben hatte ich solche Angst vor dem nächsten Tag. An dieser Stelle ein fettes Sorry an meinen Freund, den ich wahrscheinlich in den Wahnsinn getrieben hätte, hätte er mich nicht runtergeholt. Ich habe geweint, gezittert und vor allem gezweifelt. Konnte nicht einschlafen, wäre am liebsten noch einmal aufgestanden und hätte nachts alles neu gemacht. Alles, was ich so sorgfältig wieder und wieder durchdacht hatte, erschien mir plötzlich unzulänglich und stümperhaft. Wie soll ich damit die Prüfer überzeugen, dass ich es kann. Dass ich eine gute Lehrerin bin?

An den Prüfungstag habe ich vor allem eine Erinnerung: Gefühlschaos. Zwischen hysterischem Lachen (Verzweiflung? Wahnsinn? Akzeptanz?), hysterschem Heulen und dem Gefühl, jedem der mich anspricht vor die Füße brechen zu müssen, war alles dabei. Und dann rauschten die Stunden nur so an mir vorbei. Liefen gut. Liefen sogar zum Teil besser als gedachte. Und es war geschafft! „Herzlichen Glückwunsch Frau Anni Pastel, Sie haben Ihr zweites Staatesexamen mit einer 1 und einer 2 und der sich daraus und Ihren weiteren Vornoten ergebenen Endnote 1,3 bestanden.“ WAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAS? OH! MEIN! GOTT! Es ist vorbei. Keine Prüfungen mehr, keine Unterrichtsbesuche frustrierter Fachseminarleiterinnen mehr, die einem den Dreck und den Fingernägeln nicht gönnen würden. Keine Seminare mehr. Kein bis zum Minimu gekürztes Gehalt mehr!!! 😀

Und seitdem? Seitdem habe ich mich unter vielen Tränen von meinen Schülern und Kollegen am Gymnasium verabschiedet, habe eine Vollzeitstelle gefunden, die Schule gewechselt und mich an das Leben an einer ISS (so etwas wie eine Haupt-/Gesamtschule) gewöhnt. Und ganz vielleicht pendelt sich ja nun endlich wieder mein Leben wieder etwas ein und ich komme wieder zum Bloggen.

Die nächste Episode der Staffel kann beginnen.

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2 Comments

  • Reply Stephanie 13. März 2018 at 14:48

    Ach es ist so schön, dass du wieder einen Beitrag veröffentlicht hast, auch wenn für mich nicht viel neues dabei war, da ich dir auch fleißig auf Insta und Youtube folge. Kann deine Abwesenheit hier aber absolut nachvollziehen und hoffe du hast dich mittlerweile schon gut eingelebt in deiner neuen Schule. Alles Gute und hoffe ich lese bald wieder mehr von dir 🙂

  • Reply KilisKimcat 16. März 2018 at 21:28

    Dankeschön. ?

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