Reisen

1 DAY IN BRATISLAVA

29. März 2018
Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung wegen Orts- und Markennennung.

Bratislava. Wieder so eine Stadt, die ich eigentlich so überhaupt nicht auf dem Schirm hatte und sicherlich so bald nicht hingereist wäre. Schade eigentlich, dass ich sämtliche ost- und südosteuropäische Städte und Länder regelmäßig bei meiner Urlaubsplanung vernachlässige. Da ich aber ein paar Tage in Wien verbracht habe, lag es nah auch mal einen Tag nach Bratislava zu fahren. Was wir festgestellt haben? Bratislava ist eine der unterschätztesten Städte Europas.

Die Anreise

Sicherlich kann man nach Bratislava auch mit dem Flugzeug fliegen, da wir aber ohnehin in Wien – und damit nur rund 70 km von Bratislava – Urlaub gemacht haben, sind wir auch von dort gestartet. Man erreicht Bratislava mit dem Auto in etwas weniger als eine Stunde, oder man nimmt einen Fernbus. Wir entschieden uns für den Klassiker: Flixbus. Die Fahrt hatte ich wenige Tage vorher online gebucht und für Hin- und Rückfahrt lediglich 12€ pro Person bezahlt. Es gab noch einige günstigere Möglichkeiten, so dass man auch für unter 10€ pro Person anreisen kann, aber die waren entweder bereits ausgebucht oder lagen zu ungünstigen Zeiten.

Kleiner Tipp: Bucht euch Tickets zum und vom ZOB Bratislava. Die kosten nicht mehr, als wenn ihr als Ziel das Stadtzentrum angebt, aber ihr könnt ebendort auf der Hinfahrt aussteigen und seid direkt in der Stadtmitte und könnt auf dem Rückweg am sehr zentrumsnahen ZOB einsteigen und bekommt so garantiert einen Sitzplatz eurer Wahl UND müsst bei Kälte, Wind oder Regen auch nicht draußen warten.

Wer es etwas ausgefallener möchte, kann auch den Twin Liner nehmen, ein Fährschiff, das Bratislava und Wien verbindet und in etwa 1,5h die Donau entlang fährt. Ganz bestimmt ist dies die schönere Route, aber auch deutlich teurer, vor allem, wenn man so wie wir sehr spontan bucht.

Frühstücken gehört dazu

Unser erster Weg führte uns in das *Mondieu*, einem zentral gelegenen Bistro und Café, das sich gesundes Essen auf die Fahne geschrieben hat. Dabei ist es kein Möchtegern Hipster – Café im Industrial Style, sondern sehr gemütlich und sogar ein wenig bieder. Das Essen dort ist allerdings wirklich kaum zu übertreffen. Selten habe ich ein SO gutes Frühstück gegessen und dabei einen SO fairen Preis bezahlt. Für mich gab es Vollkornbrot mit Rote Beete – Hummus und Avocado, mein Freund gönnte sich Brioche mit Bacon und Eis an Ahornsirup. Dazu hatten wir Chocolate Cappuccino bzw. Latte Macchiato. Ein Traum. Ich konnte mich gerade so davon abhalten die Teller abzulecken.

Ein wunderschöner Blick über Bratislava

Gestärkt machten wir uns auf den Weg zur Bratislavský hrad, zur Burg Bratislava, deren weiße Mauern und Türme über der Stadt thronen und schon von weitem zu sehen sind. Man läuft vorbei an süßen Cafés, etwas sanierungsbedürftigen aber sehr charmanten Altbauten, einer Brauerei und dem einen oder anderen typisch sozialistischem Haus hinauf zur Burg. Der Eintritt ist frei, so dass man sich das wunderschöne Burggelände in aller Ruhe anschauen kann. Die Aussicht von hier oben über Bratislava ist grandios und sollte auf jeder To – Do – Liste stehen. Witzig ist, dass man ganz klar die Grenze zwischen mühevoll renovierter Altstadt und den umgebenden Plattenbautensiedlungen in der Donauebene sehen kann. Besonders schön ist auch der kleine Barockgarten, den die Familie Maria Theresias (Mutter von Marie Antoinette und Urur-Oma von Sisi!) hier anlegen ließ.

In das Museum, das sich innerhalb des Schlosses befindet, sind

wir nicht gegangen. Es handelt sich um ein historisches Museum, das die Geschichte der Slowakei vom Mittelalter bis zur Gegenwart umspannt und 7€ Eintritt für einen Erwachsenen kostet. Achtung: Museen haben in Bratislava am Montag alle geschlossen.

 

Die Altstadt, Herz von Bratislava

Auf dem Rückweg hinunter in die Altstadt legten wir einen kleinen Zwischenstopp im Mačkafé, einem *Katzencafé*, ein. Ich bin mir ehrlich gesagt noch immer unsicher, wie ich das finde. Irgendwo zwischen unhygienisch und zuckersüß würde ich das Café einordnen, die vielen Katzen die dort aber wohnen sind schon ziemlich niedlich. Der Tee ist auch zu empfehlen.

Entlang der Kapuzinerkirche gelangt man zu einem DER Top Sehenswürdigkeiten von Bratislava: Dem Michaelistor. Es ist das einzige Stadttor aus dem 14. Jahrhundert das bis heute überlebt hat und gehörte ursprünglich zu der seit 500 Jahren zerstörten Michaeliskirche. Innerhalb des Tores kann man den Null-Kilometerstein bewundern und sich orientieren, wie weit Bratislava von anderen Städten der Welt entfernt ist. Sowas liebe ich ja. Das Waffenmuseum, das sich im Inneren des Tors befindet haben wir ausgelassen. Für 4,50€ kann man sich das Museum anschauen.

Von dort ging es weiter durch die Michalská und Ventúrska Ulica, die beiden bekanntesten Straßen der Altstadt von Bratislava. Die Fassaden der Häuser hier sind so, so hübsch, dass man sich am liebsten in eines der Häuser einmieten würde und sich vorstellt, wie man jeden Morgen seine Fensterläden öffnet, sich einen Bratislavské rožky, einen Bratislava Kipferl (gefüllt mit Mohn [unser Favorit] oder Nussmuß) holt und den Tag beginnt.

Da wir an einem Sonntag Ende März nach Bratislava fuhren und in vielen deutschen und österreichischen Orten auch die Osterferien noch nicht begonnen haben, war es verhältnismäßig leer. Zwar gibt es viele Touristenshops und Restaurants in den Straßen, aber immerhin sind diese nicht übervölkert.

Bevor die Ventúrska ulica in die Strakova ulica übergeht bogen wir nach rechts zum Martinsdom ab. Der Dom ist traumhaft schön, aber war leider verschlossen. Glücklicherweise sind die ihn umgebenden Straßen aber so süß und fotogen, dass wir schnell getröstet wurden. Vor allem in die Kapitulská ulica habe ich mich verliebt. Als hätte man versehentlich eine Zeitreise ins Mittelalter gemacht. Da die Straße menschenleer war, konnten wir hier einige tolle Fotos machen.

Das nächste Ziel war der Hauptplatz von Bratislava mit dem alten Rathaus. Geht man durch den Durchgang – das Kreuzgewölbe – ist man (wenn nicht gerade Touristengruppen durchgeführt werden) in einer kleinen Oase angekommen: Der Innenhof mit seinen Arkadengängen ist herrlich ruhig und idyllisch. Von hier gelangt man in das stadthistorische Museum von Bratislava das wir – dreimal dürft ihr raten – nicht besucht haben. 5€ kostet der Eintritt für einen Erwachsenen.

Am Primatialpalast kehrten wir auf die Prachtstraße, die Hviezodoslavovo namestie zurück, an deren Ende sich das Nationaltheater befindet. Die Häuser links und rechts entlang der Straße gehören weitestgehend zu Botschaften. Vor allem das Haus der US- amerikanischen Botschaft sieht hübsch aus.

 

Typisch slowakisch essen

Mittlerweile waren wir einige Stunden durch das schöne Bratislava spaziert und hatten Hunger. Selbstverständlich sollte es etwas typisch slowakisches sein. In der Altstadt gibt es etliche Restaurants die typisch slowakische Küche anbieten, viele davon wirkten auf uns aber wie Touristenfallen. Wir entschieden uns für das für slowakische Verhältnisse eher teure *Koliba Kamzik* Restaurant in der Altstadt. Das Restaurant ist sehr urig eingerichtet und dabei trotzdem ziemlich geschmackvoll.

Wir bestellten eine typisch slowakische Kapustnica, deftige Sauerkraut-Suppe mit Wurst und Paprika, (köstlich!), Knödel mit Schweinefilet für meinen Freund und Bryndzové halušky, DAS slowakische Nationalgericht, für mich. Letzteres sind Kartoffelnocken mit Schafsfrischkäse und ausgelassenem Speck. Leider war das so überhaupt nicht mein Fall, obwohl es qualitativ sehr gut war. Dazu gab es gutes slowakisches Bier.

Zum Abschied

Da unser Bus bald zurückfahren würde machten wir uns auf den Rückweg zum ZOB Bratislava und suchten dabei die Stadt nach ihren berühmten Bronzestatuen ab. Bekannteste und beliebteste Figur ist dabei wohl der Cumcil, der Kanalarbeiter der seinen Kopf aus dem Gullideckel der Panska streckt. Einen Soldaten und Napoleon Bonaparte aus Bronze findet man auf dem Hauptplatz. Die Skateboarderin haben wir jedoch nicht gefunden.

Letzter Punkt auf unserer Liste war die Elisabethkirche, besser bekannt als blaue Kirche, die sowohl innen als auch außen traumhaft schön ist. Als wir an der Kirche ankamen fand gerade ein Gottesdienst statt, den wir natürlich nicht stören wollten und uns deshalb die Kirche „nur“ von hinten ansehen konnten. Aber selbst dort war das Innere der Kirche schon sehr beeindruckend.

Der Weg zum ZOB hat dann nur noch wenig Charme: Plattenbauten und Neubauten, zugeparkte Straßen und viele Läden säumen den Weg, sobald man die Altstadt verlässt.

 

 

Was ihr gesehen haben solltet:
  • Burg Bratislava
  • Michaelistor
  • Michalská und Ventúrska Ulica
  • Martinsdom
  • Kapitulská ulica
  • Hauptplatz mit dem alten Rathaus
  • Primatialpalast
  • Bronzestatuen suchen
  • Blaue Kirche
Was man in Bratislava essen sollte:
  • Bratislavské rožky (Bratislava Kipferl), gefüllt mit Mohn oder Nuss
  • Sauerkrautsuppe oder
  • Knoblauchsuppe
  • Bryndzové halušky (Kartoffelnocken mit Schafskäse und Speck)
  • Slowakisches Bier

Wart ihr schon einmal in Bratislava? Steht Bratislava auf eurer Reise – Bucketlist?

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