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TRAVEL GUIDE | 1 TAG IN SALZBURG

13. Juni 2018
1 Tag in Salzburg

Anreise:

Salzburg ist glücklicherweise sehr einfach zu erreichen, auf beinahe jedem erdenklichen Weg. Als ich über das verlängerte Wochenende Mitte Mai angereist von Berlin angereist bin, war dir ein günstiger Preis wichtiger als die schnellstmögliche Verbindung zu haben.

Deshalb entschied ich mich für einen Flug von Berlin nach München, und nahm von dort aus dem Flixbus. Innerhalb von nur 5 Stunden war ich so in Salzburg, die Wartezeit am Flughafen in Berlin am Morgen mit eingerechnet. Eine knappe Stunde dauert der Flug in die bayrische Hauptstadt, und von dort braucht der Bus etwa drei Stunden bis nach Salzburg. Allein wegen der fantastischen Landschaft lohnt sich diese Fahrt schon.

Natürlich kann man auch direkt nach Salzburg fliegen, oder einen Flug nach Wien oder Linz buchen. Für meine Reisezeit waren mir diese beiden Optionen aber entschieden zu teuer.

Auch gegen die Anreise mit dem Zug zum Salzburger Hauptbahnhof habe ich mich aus Kostengründen entschieden. Wesentlich preisgünstiger als die Anreise mit der Bahn ist die Anfahrt per Fernbus. Für unter 60€ käme man damit von Berlin nach Österreich, fährt allerdings auch um die 13 Stunden. Ein klares Ausschlusskriterium für mich.

Achtung, wenn ihr mit dem eigenen Auto anreist. Bedenkt unbedingt, dass in Österreich eine Mautpflicht herrscht und ihr diese entweder digital im Vorfeld oder analog an den Mautstationen hinter der Grenze erwerben müsst.

1 Tag in Salzburg

Die Sehenswürdigkeiten

Die Stadt selbst würde ich ohne darüber nachzudenken als Sehenswürdigkeit beschreiben. Als Ganzes. Kaum eine Stadt, die ich bisher besucht habe, ist so stimmig, wunderschön und historisch wie Salzburg. Man kann hier ohne weiteres auch mehr als einen Tag verbringen, mehr Sehenswürdigkeiten länger besuchen und die Stadt als Ausgangspunkt und Home Base betrachten. Aber ich war – wie bestimmt viele von euch – nur für einen einzigen Tag dort, und habe trotzdem versucht, so viel wie möglich zu sehen.

  1. Der Mirabellgarten

Wenn ihr vom (Bus-) Bahnhof kommt oder euer Auto außerhalb der Stadt, am rechten Ufer der Salzach, geparkt habt, kommt ihr auf dem Weg zur Altstadt unweigerlich am ersten Highlight der Stadt vorbei: Dem Mirabellgarten. Hinter dem mit Einhörnern geschmückten Tor bietet sich eine atemberaubende Landschaft aus Blumen, Rasen, Statuen und Prunk. Ich bin wirklich niemand, der von botanischem Garten zu Barockgarten rennen würde, aber ich war wirklich beeindruckt von diesem farbenfrohen Blumenmeer im Mirabellgarten. Allein für das Schlendern durch die Parkanlage, mit Blick auf die Festung Hohensalzburg, lohnt sich der Besuch. Wem das nicht reicht, besucht das voraussichtlich bald eröffnende Sound of Music Museum, das in der Orangerie untergebracht sein wird oder wirft einen Blick in das Schloss und seinen Marmorsaal. Hier sitzen Stadtregierung und Bürgermeister. Das Treppenhaus des Schlosses ist sehr beeindruckend – und voller fotografierender Touristen, die das Marmorgeländer und den ganzen Stuck für tolle Erinnerungsfotos nutzen.

  • Marmorsaal: Mo, Mi, Do – 8 -16 Uhr; Di, Fr – 13 – 16 Uhr, Eintritt frei
1 Tag in Salzburg

Mirabellgarten

1 Tag in Salzburg

  1. Mozarts Wohnhaus

Verlässt man den Mirabellgarten am gegenüberliegenden Ausgang, gelangt man auf den Makartplatz. Hier findet man neben den Landes- und Marionettentheater auch eine der großen Sehenswürdigkeiten Salzburgs: Das Wohnhaus von Mozart. Angeschaut haben wir es uns von innen nicht, und entschieden uns stattdessen für einen Besuch in seinem Geburtshaus (siehe unten).

  • Mozarts Wohnhaus (Makartplatz 8), tgl. 08:30 – 19 Uhr, 11€ p.P.
  1. Getreidegasse

Über den Makartsteg gelangt ihr in die Salzburger Altstadt. Hier findet man die für jede touristische Stadt mittlerweile obligatorischen Liebesschlösser am Brückengeländern. Ist man auf der anderen Uferseite der Salzach angekommen, weiß man vor lauter wunderschönen Gebäuden und süßen kleinen Gassen gar nicht wo man anfangen soll. Deshalb würde ich vorschlagen, das ganze systematisch anzugehen, um möglichst viel Zeit aus dem einen Tag. Herauszuholen. Ihr wendet euch also nach links und spaziert, vorbei am für seinen Uhrturm bekannten Rathaus vorbei, die Getreidegasse entlang.

Für meinen Unterricht habe ich schon sehr oft Fotos aus dem Internet von der Getreidegasse verwendet, weil hier – ähnlich wie im Mittelalter – die Geschäfte wunderschöne, auf alt gemachte Tafeln vor ihren Geschäften hängen haben, die an die mittelalterlichen Zunftzeichen erinnern. Selbst McDonalds und Co haben hier schmiedeeiserne, goldbeschlagene Zeichen vor ihren Türen hängen.

Das älteste Haus in der Getreidegasse ist aus dem Jahr 1258 (Hausnummer 21), und ist trotzdem nicht das berühmteste. Hauptattraktion der auch so sehenswerten Getreidegasse ist ganz klar das Geburtshaus von Wolfgang Amadeus Mozart, Österreichs Wunderkind.

Folgt man der Getreidegasse bis an ihr Ende und wendet sich dann nach links, gelangt man zur Hofmarstallschwemme, die eine bedeutende Kulisse im Film Sound of Music war und sich beeindruckend vor der Felswand abhebt.

1 Tag in Salzburg

Getreidegasse

  1. Mozarts Geburtshaus

In der Hausnummer neun, hinter einer knallgelben Fassade, liegt das Geburtshaus von Mozart. Hier lebte er beinahe 30 Jahre lang mit seiner Familie. Der Eintrittspreis ist ziemlich happig, aber irgendwie fühlt sich so an, als müsse man das Museum der Vollständigkeit halber gesehen haben. Ausgestellt sind seine Kindergeige, Utensilien seines jungen Lebens, Gemälde, Dioramen sogar ein nachgebautes Zimmer, das die Wohnverhältnisse im bürgerlichen Österreich des 18. Jahrhunderts zeigt.

Direkt an das Museum angebunden gibt es natürlich einen Souvenirshop, in dem man Mozartkugeln erwerben kann.

  • Mozarts Geburtshaus (Getreidegasse 9), tgl. 08:30 – 19:00 Uhr, 11€ p.P.
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Hofstallgasse

  1. Salzburger Katakomben

Der Hofstallgasse folgend, vorbei am Großen Festspielhaus und dem Haus für Mozart – wo ständig Politiker und Berühmtheiten abgelichtet werden – gelangt man zum Petersfriedhof. Dieser Friedhof ist wahrscheinlich der malerischste, den ich jemals gesehen habe. Er gehört zur Erzabtei St. Peter, und damit zum ältesten Kloster im deutschsprachigen Raum. Hier liegt der Eingang in die Salzburger Katakomben. Sie wurden in den Mönchsberg gehauen und gehen auf die Spätantike zurück. Genutzt wurden sie als Einsiedeleien und Begräbnisstätten. Für einen wirklich sehr kleinen Eintritt, sieht man zwar keine Särge, Totenschädel oder andere morbide Ausstellungsstücke, wie man sie aus anderen Katakomben europäischer Städte kennt, aber man bekommt eine grandiose Aussicht über Salzburg. Etliche Fotos haben wir dort oben gemacht, eines schöner als das andere.

  • Katakomben (Erzabtei St. Peter), tgl. 10 – 18:00 Uhr, 2€ p.P.
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Petersfriedhof

  1. Domplatz und Dom

Vom Petersfriedhof ist es nur ein Katzensprung bis zum Domplatz. Wahrscheinlich ist das der meistfotografierteste Platz in ganz Salzburg. Hier stehen Pferdekutschen dicht an dicht und Kutscher rufen den Touristen in ihrem charmanten Dialekt zu. Da so eine Kutschfahrt sicherlich sehr reizvoll, aber auch sehr teuer ist, haben wir uns mit einem Blick in den weltberühmten Salzburger Dom begnügt. Als wir dort waren, fand gerade ein Volksfest statt, so dass durch die Straßen rund um den Markt den ganzen Tag die Volksmusik klang. Richtig kitschig. Richtig perfekt.

Der Dom ist Österreichs älteste Bischofskirche. Wer möchte, kann in das Domgrabungsmuseum hinabsteigen, und die Krypta bestaunen. Uns reichte ein Blick in den Dom. Ich bin wahrlich kein religiöser Mensch, aber dieser Anblick des Inneren des Domes lässt einen schon innehalten und tief durchatmen. Vor allem die Deckenfresken sind traumhaft schön.

  • Domgrabungsmuseum (Domplatz), Jul/Aug 9 – 17 Uhr, 3€ p.P.
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Ausblick auf den Dom

  1. Residenzplatz

Direkt neben dem Domplatz, erreichbar durch die Dombögen, befindet sich der Residenzplatz mit der Alten und Neuen Residenz. In der Mitte befindet sich der Residenzbrunnen, erhalten aus dem 17. Jahrhundert und voll von Figuren: Delfine, Pferde, ein griechischer Meeresgott. Aufgrund von Bauarbeiten war der Residenzplatz aber wenig ansehnlich zu unserer Zeit des Besuches.

In der Neuen Residenz, einem prunkvollen Gästehaus aus dem 16. Jahrhundert, ist heute das Salzburg Museum untergebracht. Dieses landesgeschichtliche Museum hat wegen seiner innovativen Ausstallungsweise schon viele Preise gewonnen. Wir haben es uns jedoch nicht angesehen. Auch in der Alten Residenz bzw. dem Domquartier waren wir nicht. Wo einst seit dem 12. Jahrhundert die Salzburger Fürsterzbischöfe ihren Sitz hatten, findet man heute fünf miteinander verbundene Museen, die mit einem Kombiticket besucht werden können: Die Prunkräume der Residenz; die Residenzgalerie mit einer Ausstellung europäischer Malerei; die Dombogenterrasse; das Nordoratorium; die Domorgelempore; das Dommuseum mit Kunstschätzen aus 1.300 Jahre; die Kunst- und Wunderkammer mit Exponaten und Kuriositäten aus Kunst und Natur; die Lange Galerie, die ehemalige Gemäldegalerie der Fürsterzbischöfe; und das Museum St. Peter mit einer Ausstellung der geistlichen Kunstschätze.

  • Dom Quartier (Alte Residenz), Mi – Mo 10 – 17 Uhr, 12€ p.P.
  • Salzburg Museum (Mozartplatz) 1, Di – So 10 – 17 Uhr, 8,50€ p.P.
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Residenzplatz

  1. Festung Hohensalzburg

Als letztes Highlight für unseren Tag hoben wir uns die Festung Hohensalzburg auf, die schon von weiten sichtbar auf dem Mönchsberg über der Stadt thront. Man kann entweder zu Fuß zur Fest hochwandern (ich sage absichtlich wandern), oder die Festungsbahn nehmen. Wer sich für den Aufstieg zu Fuß entscheidet, sollte ungefähr mit 30min und Treppensteigen rechnen, wer die Bahn nimmt, sollte sich auf das Anstehen einstellen. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Wir nahmen hinzu die Bahn und wanderten dann gemütlich zurück in die Altstadt.

Die Burg wurde erstmals im 11. Jahrhundert als hölzernes Kastell erbaut und hat seit dem 17. Jahrhundert etwa ihr heutiges Aussehen. Zwischenzeitig diente sie als Kaserne und ist seit 1870 zugänglich für Touristen.

Wer sich gegen einen Besuch in der Festung entscheidet, sollte aber auf jeden Fall den fantastischen Ausblick über die Stadt genießen. Wer Lust auf Museum hat, kann – ggf. mit einem Audioguide – Ställe, Türme, Festungsräume etc. besichtigen, Gemälde und Ausstellungsstücke zur Burggeschichte bestaunen und gegen einen kleinen Aufpreis auch das Fürstenzimmer und die Goldene Stube ansehen.

  • Festung Hohensalzburg, tgl. 9:30 – 17:00 Uhr, 12,20€ p.P für das Museum oder 15,50€ für das Kombiticket mit der Festungsbahn
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Blick auf die Altstadt und Festung Hohensalzburg

Die Salzburger Museen im Überblick

  • Domgrabungsmuseum(Domplatz), Jul/Aug 9 – 17 Uhr, 3€ p.P.
  • Dom Quartier(Alte Residenz), Mi – Mo 10 – 17 Uhr, 12€ p.P.
  • Festung Hohensalzburg, 9:30 – 17:00 Uhr, 12,20€ p.P für das Museum oder 15,50€ für das Kombiticket mit der Festungsbahn
  • Haus der Natur(Museumsplatz 5), tgl. 9 – 17 Uhr, 8,50€ p.P.
  • Katakomben(Erzabtei St. Peter), tgl. 10 – 18:00 Uhr, 2€ p.P.
  • Marionettenmuseum(Festung Hohensalzburg), (siehe Festung Hohensalzburg)
  • Marmorsaal(Mirabellgarten): Mo, Mi, Do – 8 -16 Uhr; Di, Fr – 13 – 16 Uhr, Eintritt frei
  • Mozarts Geburtshaus(Getreidegasse 9), tgl. 08:30 – 19:00 Uhr, 11€ p.P.
  • Mozarts Wohnhaus(Makartplatz 8), tgl. 08:30 – 19 Uhr, 11€ p.P.
  • Museum der Moderne(Mönchsberg 32), Di – So 10 – 18 Uhr, 8€
  • Rotes-Kreuz-Museum(Sterneckstr. 32), nach Vereinbarung, Spende
  • Salzburg Museum(Mozartplatz) 1, Di – So 10 – 17 Uhr, 8,50€ p.P.
  • Stiegel Brauwelt(Bräuhausstr. 9), tgl. 10 – 17 Uhr, 12,50€ p.P.
  • Weihnachtsmuseum(Mozartplatz 2), Mi – So, 10 – 18 Uhr, 6€ p.P.

1 Tag in Salzburg

Restauranttipps

Österreich ist für seine gute Küche und leckeren Cafés bekannt. Kein Wunder also, dass man sehr gut in Salzburg essen gehen kann. Da wir nur einen Tag dort waren, haben wir auch nur einmal Kaffee getrunken und zu Abend gegessen.

Besonders berühmt ist das Café Tomaselli, das auf eine über 300 Jahre alte Geschichte zurück blickt, und in dem schon Mozart seinen Kaffee getrunken haben soll. Weitere tolle Cafés findet ihr hier bei GuteGüte oder hier bei 1000ThingsToDoInAustria.

Abendessen gab es für uns typisch österreichisch mit Kasnocken, also Käsespätzle (unbedingt die mit Bärlauch probieren!) im Bärenwirt. Sehr lecker! Weitere tolle Restauranttipps findet ihr auch hier bei GuteGüte oder hier bei Salzburg-Leben.

Spartipp: Salzburgcard

Sehr viel Geld sparen könnt ihr, wenn ihr euch für den Kauf einer Salzburgcard entscheidet. Viele Eintritte sind damit kostenlos.

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Gute Reiseführer

Gerade zu touristischen Orten wie Salzburg gibt es eine Menge Reiseführer. Ich habe den Reiseführer von DuMont* und den Bildatlas* ebenfalls von DuMont und bin mit beiden absolut zufrieden. Vor allem erster enthält viele tolle Informationen, Karten und Rundgänge, während der Bildatlas für das Lustmachen im Vorfeld sehr gut geeignet ist. Beide habe ich als Rezensionsexemplar bekommen.

Hier verlinke ich euch weitere Reiseführer: Marco Polo / Salzburger Land*; DuMont direkt / Salzburg*; Reise KnowHow / Salzburg*; 111 Orte, die man in Salzburg gesehen haben muss*; Salzburg für Kinder*

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1 Comment

  • Reply Gräfin Zahl 13. Juni 2018 at 09:47

    Wunderschöne Stadt! So hab ich mir das beim Lesen der Poznanski Thriller ja nie vorgestellt.

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