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10 SÄTZE, DIE LEHRER NICHT MEHR HÖREN KÖNNEN | SCHÜLER EDITION

7. Juli 2018
Photo by Daniel Watson on Unsplash

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Es gibt sie, diese Sätze, die Lehrer immer wieder sagen. Hier hatte ich euch ja in einem Beitrag die typischen Lehrersätze gezeigt, und was eigentlich dahinter steckt. Aber es gibt auch die Sätze, die jeder Lehrer mindestens einmal pro Woche hört, und die einem schon aus den Ohren rauskommen. Doch warum nerven diese Sätze eigentlich so? Hier sind meine Top 10 Sätze, die Lehrer nicht mehr hören können in der Schüleredition:

Sie haben NIE gesagt, dass wir diesen Test schreiben.

Ich persönlich halte nichts von unangekündigten Tests. Irgendwie trifft es ja dann auch immer ein wenig die falschen, wenn ich plötzlich aus dem Nichts einen Test schreibe, nur um mehr Disziplin beim Lernen zu erreichen oder so. Deshalb sage ich meine Tests immer an. Immer. Und zwar so, dass man es hört. Wenn die Schüler dann nicht lernen, sich den Test gar nicht erst einschreiben und völlig unvorbereitet zum Unterricht kommen, ist das nicht meine Schuld. Und dann nervt dieses vorwurfsvolle „Das haben Sie aber niiiiiie gesagt!“ extrem. +

Das ist SO unfair.

Ja, ich spreche mich davon nicht frei. Auch Lehrer sind nur Menschen, die Fehler machen. Und manchmal ist man deswegen vielleicht auch ungerecht. Aber ich gebe mir immer größte Mühe fair zu bleiben. Seien es Noten, Strafen oder Aufgabenverteilungen. Unfair behandelt fühlen sich jedoch meistens dann die Schüler, die wirklich „verdient“ haben, was sie bekommen. Und meistens wissen sie es ja auch selbst, dass es nicht wirklich unfair ist.

Haben Sie die Klausur schon kontrolliert?

Donnerstag, fünfte und sechste Stunde. 90 Minuten Klausur in der Oberstufe. 25 Schüler, die jeweils so drei bis fünf Seiten schreiben. Freitag, vor der ersten Stunde: „Frau Pastel, haben Sie schon die Klausuren kontrolliert? Wissen Sie, welche Note ich habe?“. Ja klar. Ich habe nämlich nicht geschlafen, nicht gegessen und nicht geduscht. Stattdessen habe ich die ganze Nacht mit einem debilen Grinsen über den Klausuren gesessen und den Rotstift geschwungen. Feierabend wird ohnehin überbewertet. Natürlich nicht. Also Nein. Ich habe die Klausuren noch nicht fertig. Gebt mir doch bitte ein paar Tage mehr, ehe ihr mich fragt 😀

Photo by Nick Morrison on Unsplash

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Bei Frau XY dürfen wir das aber immer.

Schade, aber wahr: Lehrer werden oft alle über einen Kamm geschoren. Frei nach dem Motto, kennt man einen kennt man alle. Ist natürlich nicht so. Ich habe ja zum Beispiel auch meine Lieblingsfrau bei der Post und Kollegen, die ich lieber mag als andere. Weil die Leute unterschiedlich sind. Und so bringt auch jeder seinen eigenen Ziel und seine eigenen Prinzipien in den Unterricht. Und nur, weil die Schüler bei mir im Unterricht trinken dürfen, gilt das natürlich nicht für alle. Ebenso möchte ich nicht, dass mit dem Handy gespielt wird, sobald die Aufgaben fertig sind, was für andere Lehrer vielleicht nicht gelten mag.

Sollen wir das mitschreiben?

Nö, ich erzähle das hier eigentlich nur zu meiner eigenen Unterhaltung. Braucht ihr eh nie wieder. Auch nicht für die Klausur. Also lehnt euch zurück, schließt die Augen und lasst euch berieseln. Ist ohnehin alles unwichtig… JA! Natürlich sollst du das mitschreiben.

Darf ich das auch in gelb unterstreichen?

Meine Lieblingsfrage, einfach weil sie irgendwie süß ist. Gerade in den unteren Klassen gebe ich manchmal Arbeitsblätter aus, in denen bestimmte Sachen in grün und andere in blau unterstrichen werden sollen. Wenn die Schüler dann genau diese Farben nicht haben, geraten sie in helle Aufregung. Aber natürlich kann man auch andere Farben verwenden. Wichtig ist, dass sie es selbst unterscheiden und dem Vergleich folgen können.

Müssen wir Sätze schreiben?

Schüler haben zu 95% (Studie made by Anni Pastel) keine Lust darauf, Sätze auszuformulieren und notieren alles in Stichpunkten. Führt aber oft auch dazu, dass die Sätze einfach mit einem kleinen Buchstaben anfangen, kein Satzzeichen am Ende haben (dafür einen Anführungsstrich) und sonst einem Satz gleichen. Oder die Stichpunkte werden so kryptisch, dass sie niemand mehr entschlüsseln kann. Warum aber oft Sätze geschrieben werden soll, auch gegen den Willen der Schüler, ist die Sprachbildung. Es ist ganz einfach wichtig für das Erlernen von Grammatik, Ausdruck und Sprachgefühl, dass Sätze formuliert werden. Deshalb ja, wenn dort steht dass man Sätze schreiben soll, dann meinte ich nicht eigentlich Stichpunkte.

Ich wusste das nicht, ich war krank.

Ich würde mich als sehr verständnisvollen Lehrertypen beschreiben, aber an dieser Stelle hört meine Tolerant auf. Schüler, die die 7. Klasse und höher besuchen (also die Klassenstufe, in der in Berlin und Brandenburg die weiterführende Schule beginnt), sind alt genug sich zu informieren. Gerade in Zeiten von WhatsApp und Co. Deshalb gilt bei mir die Ausrede „Ich war nicht da, ich wusste nicht, dass wir einen Test schreiben oder Hausaufgaben aufhaben.“ absolut nicht.

Photo by Green Chameleon on Unsplash

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Der hat das aber auch gemacht.

Okay, mag sein, dich habe ich aber dabei erwischt. Eigentlich sind die Schüler ja ziemlich loyal ihren Mitschülern gegenüber und verpetzen nur im seltensten Fall ihre Freunde. Fühlen sie sich aber ungerecht behandelt, dann wird jeder verpfiffen, der gerade im Umfeld ist. Kann ja sein, dass das auch stimmt. Aber was ich nicht sehe, kann ich nicht ahnden. Und wenn ich nun gerade diesen einen Schüler beim Spicken, Beleidigen oder mit vergessenen Hausaufgaben erwische, ist es einfach doof gelaufen.

Was steht da?

Betrifft mich tatsächlich kaum dieser Spruch. Ich habe mir im Laufe der Jahre eine saubere Handschrift antrainiert, die ich auch an der Tafel möglichst versuche umzusetzen. Aber witzig (und nervig!) ist es doch immer wieder, wenn Kollegen gefühlte 100 Mal vorlesen und erklären, was dort an der Tafel steht und es dann doch wieder diesen einen Schüler gibt, der es nicht lesen kann und auch nicht zugehört hat.


Welche Sätze nerven euch als Lehrer besonders? Oder gibt es welche, die eure Lehrer so richtig auf die Palme bringen? Gibt es weitere Sätze, die Lehrer nicht mehr hören können? 

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