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THINGS TO DO IN BORDEAUX

28. April 2019
Things to do in Bordeaux

Hände hoch, wer von euch hat schon einmal darüber nachgedacht, nach Bordeaux zu reisen? Und jetzt nehmen alle die Hände runter, die sich nur wegen des Weines gemeldet haben. Bordeaux ist so eine Stadt, die mich nie gereizt hat. Klar hat man schon oft davon gehört, aber ich kenne auch niemanden, der schon einmal dort war und Lust auf diese Stadt gemacht hätte. Wieso also sollte man dort hinfahren? Weil Bordeaux unterschätzt ist. Weil Bordeaux wunderschön ist, und weil man es so leicht erreichen kann. Hier sind die Top Things to do in Bordeaux und wie ihr sie am besten in einen Tag packt.

Things to do in Bordeaux: Die Anreise

Als neuntgrößte Stadt Frankreichs hat Bordeaux natürlich einen eigenen Flughafen, der etwa 10km außerhalb der Stadt liegt und gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (und auch mit dem Taxi natürlich) gut angebunden ist.

Oder ihr reist mit dem Zug oder einem der vielen Fernbusse an. In beiden Fällen kommt ihr im Südosten der Innenstadt an, unweit der Garonne und könnt von dort aus problemlos in die Innenstadt laufen. Der Bahnhof Bordeaux-Saint-Jean hat übrigens sein Dach von Gustave Eiffel. Ja, dem Gustave Eiffel, der auch den Eiffelturm erbaute.

Bis zu den Hauptattraktionen läuft man etwa 30 Minuten. Wir haben uns für die Anreise aus Toulouse (hierkönnt ihr den Travel Guide dazu lesen) mit dem isí Bus entschieden und haben für die etwa drei Stunden Fahrt pro Strecke nur 17€ hin und zurück bezahlt. Lasst euch von der langen Fahrtzeit nicht abschrecken – sie lohnt sich wegen der tollen Landschaft neben den Straßen allemal. Schaut gerne auch hierbei meinen Empfehlungen für einen Tagesausflug nach Carcassonne vorbei.

 

Things to do in Bordeaux: Die Highlights, die ihr nicht verpassen solltet

Bordeaux ist voller Sehenswürdigkeiten und gilt nicht umsonst als die heimliche Hauptstadt Frankreichs. Da die Stadt fast während der gesamten Zeit des Zweiten Weltkrieges von der deutschen Wehrmacht besetzt war, blieb sie weitgehend unbeschädigt und hat ihr historisches Aussehen bis heute erhalten können. Dementsprechend viel kann man sehen. Bei schlechtem Wetter lohnt sich zudem ein Besuch der zahlreichen Museen, die wir wegen der Kürze der Zeit und der Vielzahl anderer Highlights ausgelassen haben.

Startet man wie wir aus Richtung Süden, findet man unweit des Bahnhofes bereits die erste Sehenswürdigkeit. Die Église Saint-Croix de Bordeaux ist unglaublich schön von Innen wie Außen anzusehen. Ich – obwohl ich nicht religiös bin – schaue mir an anderen Orten besonders gerne Kirchen an und war von dieser hier sehr beeindruckt. Wie in den meisten französischen Kirchen ist der Eintritt frei. Vor allem die Orgel lohnt den Blick ins Innere.

Things to do in Bordeaux

Weiter geht es mit einer Kirche, die auf dem Weg in die Innenstadt liegt. Die Basilique Saint-Michel ist eine Station des Jakobsweges und gehört zum UNESCO- Weltkulturerbe. Sie befindet sich auf einem Platz voller (meist arabischer) Cafés und Geschäfte und bildet einen krassen Gegensatz zum bunten Treiben rundherum. Obwohl wir in der Nebensaison in Bordeaux waren, tat sie Erholung vom Trubel im Inneren gut. Zur Basilika gehört der Glockenturm „flèche“ (Pfeil), der die Stadt überragt und der höchste Glockenturm im Süden Frankreichs ist.

Things to do in Bordeaux

Things to do in Bordeaux: Ab an die Garonne

Nun solltet ihr zurück zur Garonne gehen um den spektakulären Blick auf die Pont de Pierre nicht zu verpassen. Die Brücke ist stolze 210 Jahre alt und wurde noch zu Zeiten Napoleons in Auftrag gegeben. Sie überspannt den Fluss an Stellen mit einer besonders starken Strömung, wodurch man tolle Strudel und Wasserspiele beobachten kann. Auch am Abend, als die Sonne langsam unterging, lohnte sich der Blick auf die Brücke. Bevor ihr sie überquert, solltet ihr aber nochmal einen Blick hinter euch, zum Porte de Bourgogne werfen, dem einstigen Stadttor Bordeaux.

Things to do in Bordeaux

Kurz gesagt, das Ostufer der Garonne war so semispannend. Zwar gibt es die eine oder andere Kirche und auch der Botanische Garten ist ganz nett, aber aus den Socken hat es uns nicht gehauen. Vielleicht lag es daran, dass kaum etwas los und der Garten eher heruntergekommen als sehenswert war, aber wir gingen dann doch auf schnellstem Weg zurück zum Westufer und damit zur Altstadt.

 

Things to do in Bordeaux: Hinein ins Zentrum

Nächster Punkt auf unserer To-See-and-To-Do-Liste war La Grosse Cloche. Dieser ca. 40m hohe Glockenturm ist einer der ältesten in ganz Frankreich und quasi der Eingang in das Zentrum Bordeaux‘. Wer Lust hat, kann hier täglich zwischen 13:00 und 19:00 Uhr an einer Führung durch das mittelalterliche Kerkergewölbe teilnehmen.

Things to do in Bordeaux

Über die Rue Saint-Catherine ging es weiter zur Hauptattraktion der Stadt, der Kathedrale. Diese Straße, eine komplette Fußgängerzone und Bordeaux Shoppingmeile, solltet ihr euch aber wirklich nicht entgehen lassen, auch wenn meiner Meinung nach ein kurzer Blick ausreichend ist. Es ist der absolute Wahnsinn, welche Menschenmassen sich dort durch die enge (und übrigens auch Europas längste) Straße schieben. Da sie Talförmig verläuft, kann man von oben herrlich in das Gewimmel von Menschen blicken und sich freuen, dass man dort nicht entlanglaufen muss.

Für die Cathédrale Saint-André de Bordeaux solltet ihr ein bisschen mehr Zeit einplanen, denn genau wie der Kölner Dom, ist auch diese Kathedrale DER Touristenmagnet der Stadt und wirklich sehenswert. Vor allem die Orgel hat es mir hier angetan. Als Teil des französischen Jakobweges zieht es neben den „typischen Touristen“ auch viele Wanderer in das Zentrum. Ein tolles Bild! Der Eintritt ist kostenlos.

Things to do in Bordeaux: Ein Blick über die Stadt

Wer Bordeaux von oben sehen möchte, der muss jedoch Eintritt zahlen – und Geduld mitbringen. Der 66m hohe, der Kathedrale vorgelagerte, Glockenturm Tour Pey-Berland bietet einen spektakulären Blick über die Altstadt und bei gutem Wetter bis ins Umland. Für 6€ p.P. kann man die 231 Stufen hochsteigen (und auf wenig Gegenverkehr hoffen!). Einen Fahrstuhl gibt es nicht. Trotz Nebensaison und nur etwa 20 Leuten vor uns in der Schlange, standen wir doch gute 25 Minuten an. Denn es werden nur neue Personen hochgelassen, wenn andere Touristen wieder hinauskommen.

Things to do in Bordeaux

Next stop war das Porte Dijeaux, ein weiteres Stadttor. Zugegebenermaßen war es am frühen Nachmittag relativ unspektakulär. Berühmt geworden ist es aber durch den Winkel der Sonne, die bei Sonnenaufgang direkt durch das Tor scheint und die gesamte Straße beleuchtet. Wenn ihr also die Möglichkeit habt, morgens zum Tor zu gehen, solltet ihr das machen. Schaut euch einfach mal die wahnsinnig schönen Fotos dazu im Internet an.

Hinter dem Tor, nur wenige Minuten entfernt, liegt eine weitere Kirche, die man sich anschauen kann. Die Basilique Saint-Seurin zählt sicherlich nicht zu Bordeaux Highlights, ist aber ein netter Zwischenstopp auf dem Weg zu einem echten Geheimtipp: Das Palais Gallien.

Things to do in Bordeaux

Mehr durch Zufall bin ich auf diese antike römische Arena gestoßen. Der Name ist übrigens irreführend. Das Palais Gallien war weder ein Palast noch dem römischen Kaiser Gallenius gewidmet. Es war ein typisches römisches Amphitheater, in dem Gladiatorenkämpfe stattfanden. Da es öffentlich zugänglich ist, kostet es weder Eintritt, noch müsst ihr euch an Öffnungszeiten halten.

Things to do in Bordeaux: Zeit für Baguette

Mittlerweile war es Nachmittag geworden und der Hunger meldete sich. Für einen Mittagssnack zum Mitnehmen (obwohl es auch Sitzmöglichkeiten gäbe), kann ich euch die Perrin Boulangerie et Patisserie ganz in der Nähe des Palais Gallien empfehlen. Die Auswahl an Baguettes und süßen Backwaren war phänomenal, der Andrang hoch und die Preise angemessen für die tolle Qualität. Da der Jardin Public, der Stadtpark, nur einen Katzensprung entfernt und das Wetter toll war, genossen wir unser Essen dort an dieser Oase der Ruhe inmitten des trubeligen Bordeaux. Aber auch bei schlechtem Wetter solltet ihr nicht unbedingt einen Bogen um den Park machen. Hier findet man das kostenlose Muséum d’Histoire naturelle, das Naturkundemuseum.

Der Place des Quinconces mit seinem Monument aux Girondins war eine der letzten Sehenswürdigkeiten, die wir noch anschauen wollten, ehe es mit dem Bus zurück nach Toulouse ging. Die über 40m hohe Säule erinnert als Symbol des Friedens an die Französische Revolution und war bei dem herrlichen Wetter Treffpunkt für Groß und Klein. Überall am und um das Monument herum saßen Familien, Jugendliche und alte Leute und genossen die Sonne. Zu der Zeit als wir dort waren, gab es zudem einen großen Jahrmarkt, bei dem wir uns durch die französischen Köstlichkeiten hätten probieren können.

Things to do in Bordeaux

Nun wurde es Zeit zur Garonne zurückzulaufen, um den Busbahnhof anzusteuern. Unterwegs liegen, entlang des Quais, noch einige Plätze, die sich lohnen. Ganzer Stolz der Bordelesen ist natürlich ihr Grand Théâtre de Bordeaux am Place de la Comedie, das bedeutendste Theater und Opernhaus Südfrankreichs. Beinahe täglich finden hier Veranstaltungen statt, also schaut vom Vorfeld doch mal nach günstigen Karten.

Things to do in Bordeaux: Das inoffizielle Wahrzeichen entdecken

Am Place de la Bourse– dem inoffiziellen Wahrzeichen der Stadt – erwartete uns eine kleine Überraschung, die wir bisher noch nicht aufklären konnten: Das Wasser des Brunnens war komplett rot eingefärbt. Wie Blut. Warum, wissen wir nicht. Spektakulärer ist allerdings eigentlich der Miroir d‘Eau vor den Fassaden des Gerichtsgebäudes (rechts) und dem Musée National des Douanes zur Geschichte des französischen Brauchtums (links). Dieses 2cm tiefe Becken spiegelt die Gebäude und bietet die Möglichkeit für tolle Fotos. Besonders bei Nacht sind die Spiegelungen wunderschön.

Things to do in Bordeaux

Wer genügend Zeit hat, kann auf dem Place du Parlement in einem der vielen hübschen Cafés noch einen Kaffee trinken gehen. Obwohl unweit des Flusses und der Haupteinkaufsstraße gelegen, ist es hier erstaunlich ruhig und idyllisch. Aus Zeitnot fiel unsere Kaffeepause weg, aber der Platz hat mir wahnsinnig gut gefallen.

Als letzten Stopp auf dem Rückweg schauten wir uns noch den „kleinen Bruder“ der Grosse Cloche an. Das Porte Cailhau– auch ein Stadttor – erinnert ein kleines bisschen an Prag und steht seinen bekannteren Stadttor-Geschwistern an Schönheit in Nichts nach.

Erschöpft aber voller schöner Eindrücke ließen wir uns nur wenig später in Polster des Busses sinken.

Lust auf mehr?

Und wenn ihr jetzt Lust auf noch mehr Ausflüge in der Region bekommen habt, dann schaut doch mal bei meinen anderen Blogposts vorbei. HIER kommt ihr zu den besten Dingen, die man in Carcassonne machen kann und HIER gibt es meinen Travel Guide für 3 Tage in Toulouse. Genutzt habe ich bei dieser Reise übrigens immer den Reiseführer von Michael Müller [unbezahlte Werbung].


Reizt euch Bordeaux oder wart ihr vielleicht sogar schon mal dort? 

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