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Die Pfaueninsel – Berlins idyllischstes Ausflugsziel

26. August 2019
Die Pfaueninsel Berlins idyllischstes Ausflugsziel

Die Pfaueninsel kann gut und gerne noch als sowas wie ein Geheimtipp für Ausflügler bezeichnet werden. Denn die meisten Berliner die ich kenne, waren noch nie auf der Pfaueninsel und auch ich bin erst nach fünf Jahren in dieser wunderschönen Stadt (und immerhin fast 10 Jahren in Stadtnähe) zum ersten Mal dort gewesen. Ein Fehler, denn die Pfaueninsel ist wahrscheinlich Berlin idyllischstes Ausflugsziel.

Abenteuer Anreise

Die Anreise zur Insel ist gar nicht mal so einfach, und das obwohl sie gar nicht weit weg vom bekannten Strandbad Wannsee entfernt ist. Stündlich fährt vom S-Bahnhof Messe Nord / ICC oder dem S-Bahnhof Wannsee der Bus 218 zur Fähranlegestelle vor der Bahn. Ein ganz besonderes Highlight dabei ist, dass immer im Wechsel mit den regulären Bussen der BVG auch ein historischer “Nostalgie-Bus” zur Insel fährt. Egal welchen Bus ihr erwischt, es gilt das normale AB-Ticket.

Von der Endhaltestelle Pfaueninsel fährt im 15 Minuten-Takt die Fähre zur nur wenige Meter entfernten Insel. Für 4€ kommt ihr so auf und von der Insel und zahlt damit gleichermaßen auch euren “Eintritt” für den Besuch. Autofahren können ihr Fahrzeug übrigens auf einem Parkplatz vor der Fähranlegestelle stehen lassen, denn die Insel ist Hunde- und Autofrei und nur die 40 Bewohner der Insel und Angestellte dürfen ihre Wagen mit auf die Fähre nehmen.

Die Pfaueninsel Berlins idyllischstes Ausflugsziel

Der Rosengarten

Da die meisten Besucher der Pfaueninsel mit dem Bus anreisen, verläuft sich der Andrang auf der Insel sehr schnell und man bekommt oft das Gefühl, alleine unterwegs zu sein. Trotzdem ist es ratsam gerade an Wochenenden oder in den Ferien möglichst früh auf die Insel zu fahren, denn im Laufe des Tages stieg die Zahl der Besucher merklich an.

Das Schloss Pfaueninsel und das Kavaliershaus

Unser erstes Ziel war natürlich das Schloss auf der Pfaueninsel. Ende des 18. Jahrhunderts ließ Friedrich Wilhelm der II. das kleine Schlösschen auf der Insel erbauen, da er es mit dem Boot gut von seinem Hauptschloss, dem Marmorpalais in Potsdam, und auch vom Berliner Schloss Charlottenburg gut erreichen konnte. Man mutmaßt, dass es als Liebesdomizil für seine Geliebte Wilhelme gebaut worden ist. Leider fanden gerade Bauarbeiten im und am Schloss statt, so dass für uns der berühmte Blick auf die beiden Türme und die sie verbindene Brücke verwehrt blieb. Auch der (kostenpflichtige) Besuch des Schlosses war im August 2019 nicht möglich. Normalerweise beträgt der Eintritt 6€ pro Erwachsenen.

Wer zur anderen großen Sehenswürdigkeit der Insel, der Meierei, möchte, muss einmal quer über die beinahe 70ha große Havel-Insel. Der Weg ist aber absolut nicht langweilig, denn typisch für die Parkanlagen aus dieser Zeit, erwartet einen hinter jeder Kurve einer neuer spektakulärer Blick in die Natur oder auf die Havel. Vorbei kommt man auch am nicht mehr ganz so schönen Kavaliershaus, dem einstigen Wohnhaus der Angestellten, Beamten oder Gäste. Ein zweiter Blick lohnt auf jeden Fall: Die gotische Fassade ist das Original eines Danziger Patrizierhauses aus dem 16. Jahrhundert, das Friedrich III. Stein für Stein abtragen und auf der Pfaueninsel wieder errichten ließ. Trotzdem wirkt das Kavaliershaus eher wie ein altes – wenn auch sehr schönes – Spukhaus.

Die Pfaueninsel Berlins idyllischstes Ausflugsziel

Das Schloss Pfaueninsel

Die Pfaueninsel Berlins idyllischstes Ausflugsziel

Das Kavaliershaus

 

Die Meierei – (K)Eine echte Klosterruine

Wer sich auf dem Weg zur Meierei stärken möchte, kann dies im einzigen Café der Insel tun. Hier gibt es frischen selbst gebackenen Kuchen, Klassiker vom Grill und natürlich jede Menge kalte und heiße Getränke. Wem die Preise dort aber zu happig sind, kann es sich auch mit selber mitgebrachtem Essen auf der Liege- und Picknickwiese bequem machen. Übrigens findet ihr hier auch die einzige Toilette auf der Insel.

Die Meierei ist wirklich ein beeindruckendes Gebäude. Die Ruine erinnert auf den ersten Blick an eine befallene Kirche, ist aber weder das eine noch das andere. Es wurde bereits – ganz typisch für diese Zeit – als Klosterruine angelegt und sollte über die eigentliche Nutzung hinwegtäuschen. Denn tatsächlich befinden und befanden sich die Stallungen der Rinder und Räume für landwirtschaftlichen Geräte in den Gebäuden. Die Meierei selbst kann man für 2€ Eintritt besichtigen.

Nur ein paar Gehminuten entfernt steht man plötzlich im antiken Griechenland. Zumindest lässt einen das der Luisen-Tempel fast glauben. Die Säulen sind die originale Front des Mausoleums von Königin Luise, das sich im Schlosspark des Schloss Charlottenburg befindet.

Die Pfaueninsel Berlins idyllischstes Ausflugsziel

Die Meierei

Die Pfaueninsel Berlins idyllischstes Ausflugsziel

Der Luisen-Tempel

Die Pfaueninsel Berlins idyllischstes Ausflugsziel

Wasserbüffel auf der Weide

Keine Pfauen auf der Pfaueninsel?

Letzter Stop unseres Besuches auf der Insel sollten nun aber endlich die Pfauen sein. Mittlerweile waren wir schon seit bald drei Stunden auf der Insel und hatten noch keinen einzigen der schönen Vögel gesehen. Versteckt im Wald, in der Nähe des Wasservogelteiches und der Fontäne ist die Vogelvoliere, die auf den ersten Blick etwas irritiert. Man erwartet Pfauen oder andere exotische Tiere. Stattdessen gibt es dort eine Vielfalt verschiedener Hühnerarten. Auch süß. Und dann endlich: Pfauen! Weiße hinter dem Zaun und ein ziemlich gerupftes Exemplar davor. Immerhin. Es ist reine Glückssache, wie viele der 30 freilegenden Pfauen man sieht – und ob sie dann sogar ihr schönes Rad schlagen.

Die Pfaueninsel hat mich absolut begeistert und ich frage mich, wie fast ein ganzes Jahrzehnt vergehen konnte, ohne dass ich sie besucht habe.  Selten erlebt man so viel echte Ruhe (Hier kommt ihr zu einer anderen Ruheoase in Berlin) in Berlin und kann durchatmen, den Stress hinter sich lassen. Die Pfaueninsel ist wahrlich Berlins idyllischstes Ausflugsziel.

Die Pfaueninsel Berlins idyllischstes Ausflugsziel

Am Wasservogelteich

Die Pfaueninsel Berlins idyllischstes Ausflugsziel

gerupfter Pfau auf der Pfaueninsel

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2 Comments

  • Reply Gräfin Zahl 26. August 2019 at 10:09

    Lustig , dass ich die Info über deinen Post gerade bekomme, wo ich Berlin recherchiert habe 😅 Ich erwäge nämlich auch nach Berlin zu ziehen. Allerdings sagen so viele, dass die Stadt sich in den letzten Jahren sehr verändert hat und viel unsicherer geworden ist. Wie ist dein Eindruck dazu?
    Ich bin jetzt kein Partygirl, dass sich nachts viel auf der Straße rumtreibt. Aber berufsbedingt muss ich in einer Großstadt leben.

    • Reply ANNI PASTEL 26. August 2019 at 12:02

      Ich bin absolut auch kein Partygirl (mehr haha) und LIEBE Berlin. Jeder Bezirk ist irgendwie anders, so dass jeder sein Zuhause finden kann und die Möglichkeiten sind einfach großartig, egal ob kulturell, gastronomisch oder oder oder 🙂

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